Aphorismus # 194

Theke – Antitheke – Syntheke

von Robert Gernhardt

Beim ersten Glas sprach Husserl:
„Nach diesem Glas ist Schlusserl.“

Ihm antwortete Hegel:
„Zwei Glas sind hier die Regel.“

„Das kann nicht sein“, rief Wittgenstein,
„Bei mir geht noch ein drittes rein.“

Worauf Herr Kant befand:
„Ich seh ab vier erst Land.“

„Ach was“, sprach da Marcuse,
„Trink ich nicht fünf, trinkst du se.“

„Trink zu“, sprach Schopenhauer,
„sonst wird das sechste sauer.“

„Das nehm ich“, sprach Bloch,
„Das siebte möpselt noch.“

Am Tisch erquoll Gequitsche,
still trank das achte Nitzsche.

„Das neunte erst schmeckt lecker!“
„Du hast ja recht, Heidegger“,

rief nach Glas zehn Adorno:
„Prost auch! Und nun von vorno!“

 

 

Deutsche Weine drinnen

Weißweine liegen bei den deutschen Verbrauchern weiterhin im Trend. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) im März 2018  mitteilte, waren im vergangenen Jahr 45 Prozent aller hierzulande eingekauften Weine weiß, was einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Rotweineinkäufe gehen seit dem Jahr 2008 kontinuierlich zurück. Ihr Marktanteil ist in den vergangenen neun Jahren von 53 auf nunmehr 46 Prozent gesunken.

 

DWI-Geschäftsführerin Monika Reule sieht als wesentlichen Grund für diese Entwicklung den allgemeinen Trend in der deutschen Bevölkerung zu einer bewussteren Ernährung. „Weißweine sind tendenziell etwas leichter als Rotweine. Sie sind zudem hervorragende Begleiter zur kalorienärmeren Küche. Dies gilt insbesondere für die Weißweine aus den deutschen Anbaugebieten. Dank ihrer langen Reifezeit weisen sie trotz vergleichsweise geringer Alkoholgehalte eine große geschmackliche Fülle auf. Diese geht mit einem angenehmen Wechselspiel von frischer Fruchtsäure und sortentypischer Aromatik einher.“

 

Aphorismus # 193 Herzlichen Glückwunsch

Am 09. Mai d. Jahre vor 80 Jahren wurde die Winzergenossenschaft Meissen gegründet. Seit diesem Ereignis gibt es auch die braune Schlegelflasche, die sächsische Keule.

Kein Zweifel, ein großes Ereignis für den sächsischen Weinbau. Schon deshalb, weil in Deutschland  neben dem Orgelbau und der Falknerei der Genossenschaftsgedanke seit 2016 zum Immatriellen Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Fragt man nach den damaligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, dann darf aber auch erinnert werden.

Es sind auch 80 Jahre und einige Tage her, dass die österreichischen Weinbaugebiete zu den deutschen dazu kamen.

Und es werden in einem halben Jahr auch 80 Jahre her sein, dass in Deutschland die Synagogen brannten.

Alle jüdischen Weinhändler – vor allem in den westlichen Weinanbaugebieten gab es nicht wenige – wurden spätestens danach völlig aus dem Wirtschaftsleben verdrängt. Und wie in Kirchheim an der Eck schon 1935 wurden Winzergenossenschaften auch gegründet, um von jüdischen Weinhändlern unabhängig zu werden.

Zurück zur Keule, die Form kann ja bleiben, aber die Farbe hätte ich zum 80. Jahrestag ihrer Entstehung, wenn auch nur in diesem Jahr, geändert.

Nach dem WeinWanderWochenende

ist schon am 01. Mai ab 15 Uhr bis 17 Uhr im Ausschank Rogge:

 

Klavichord und Saxofon

 

Am Klavicord Dr. Peter Kühn und das Saxophon ist das des Winzers. Alles unter dem Motto: Nicht Body-Mass-Index sondern Freude-Index. Dieser steigt bekanntlich bei Musik und Pillnitzer Wein.

 

Wo bitte geht’s zum Krippenspiel?

Dies hat zwar nichts mit Wein zu tun, war aber dennoch ein bemerkenswertes Adventsschauspiel.

Schafe in DresdenSchafe in DresdenSchafe in Dresden

Albertbrücke in Dresden, 2. Advent 2010