Aphorismus zum Advent

Kein Fleisch und keinen Wein, dafür Pflanzen und Wasser

Bis zum Ende des 6. Jahrhunderts war die Adventszeit 40 Tage lang. Sie begann Mitte November. Und am Vorabend dieser Fastenzeit gab es am 11. November, dem Martinstag noch ein großes Fest. Danach wurde bis Weihnachten auf vieles verzichtet.

Etwa 1000 Jahre vor dem obigen Datum spielte sich nach Dan 1, 11-15 schon das folgende Lehrreiche für Veganer ab: Da sagte Daniel … Lass uns nur pflanzliche Nahrung zu essen und Wasser zu trinken geben! Dann vergleiche unser Aussehen mit dem der jungen Leute, die von den Speisen des Königs essen. … Der Aufseher … machte mit ihnen eine zehntägige Probe. Am Ende der zehn Tage sahen sie besser und wohlgenährter aus als all die jungen Leute, die von den Speisen des Königs aßen.

Eine gute Adventzeit. Ach ja, aber Off 2; 18-19 nicht vergessen: Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus, und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde! Seine Beeren sind reif geworden. …  Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.

Christmas am Totensonntag

Im Pillnitzer Schlosspark begann schon die Christmas-Zeit, obwohl der Sonntag erst in gut einer Woche ist, der an „Mors certa, hora incerta“ erinnert.

So sah Christmas Garden Dresden am Eröffnungstag gegen 21 Uhr von unserem Ausschank aus.


Foto: der Winzer

 

Nun aber von Christian Saalberg noch etwas von der Vergänglichkeit des Lebens:

Bin aufgestanden habe gegurgelt

habe mich rasiert

 

Sah im Fenster wie ein Geschoss vorüber flog

 

Das war die Sonne

Das war mein Leben

 

Das ich noch einmal sehen kann

bevor morgen ein Stein

 

meinen Namen trägt

Unseren Toten ein Dona eis requiem und den Lebenden eine gute Adventzeit.

 

Besuch aus Augsburg

Lilo Solcher – lange Jahre Reisechefin der Augsburger Allgemeinen – besuchte Schloss und Park Pillnitz, unseren VDP-Winzer von der Ryssselkuppe und auch unseren Weinberg mit der Weinbergkirche und die Straußwirtschaft Rogge.

Hier der Auszug aus „Lilos Reisen“ :

Walter Rogge …  freut sich über diesen wunderbaren Spätherbst, der seiner Straußenwirtschaft noch späte Kundschaft beschert. Rogge, ein kerniger, lebenslustiger Mann, dem der Schalk aus den Augen spricht, ist einer der Hobbywinzer, die einen Teil des Königlichen Weinbergs bearbeiten und ihren Wein von der Genossenschaft keltern lassen.


Herzliche Gastgeber in der Straußenwirtschaft: das Ehepaar Rogge.

Während er großzügig Wein aus der charakteristischen Sachsenkeule ausschenkt und seine Frau dazu Häppchen auftischt, kommt man sich näher. Der Gastgeber gibt sich bodenständig, aber er fühlt sich einer langen Tradition verpflichtet.
Schon seit 600 Jahren, berichtet er, wurde hier Wein angebaut. Und weil Rogge nicht nur den Wein liebt, sondern auch die Gegend und ihre Geschichte, hat er sich in einem Verein für eine außergewöhnliche Kirche engagiert.
Mitten in den Weinbergen steht die Weinbergkirche „Zum Heiligen Geist“ – seit 300 Jahren. Wo gibt‘s denn das sonst, fragt der Winzer in die Runde. Dann schließt er die Kirche auf und packt sein Saxophon aus. Die Musik füllt den lichten Kirchenraum mit dem schönen Altar aus dem 17. Jahrhundert. „Hier kann man nur jubeln“ ruft Rogge aus und reißt mit seiner Begeisterung auch die Besucher mit.


Die letzte Rose blüht vor der Weinbergkirche.

Nach der Wende, erzählt er auf dem Weg durch die Weinberge, habe sich die Interessengemeinschaft Weinbergkirche gegründet. „Das ging dann ruckzuck mit der Sanierung.“ Hilfe kam auch aus dem Westen: Das Technische Hilfswerk Hamburg restaurierte die Fenster. 1994 gab‘s dafür einen Preis vom Denkmalschutz. Inzwischen finden wieder Hochzeiten und Taufen in dem kleinen Gotteshaus statt. „Die Kirche muss unter die Leute kommen,“ sagt Rogge bestimmt. An Weihnachten werden musikalische Festgottesdienste und Konzerte viele Menschen in das Kirchlein locken – und Walter Rogge kann wieder jubeln.

Alles und mehr zu lesen unter Lilos Reisen.

Nachklang

So verabschiedete sich am Reformationstag der Oktober.


Fotos: Alexander Schubert

 

Lesezeit vorbei

So schön war die Lese in diesem Jahr.

Bei recht guter Qualität, aber etwas weniger als Dreiviertel der nach unserem Standard avisierten Menge, sind’s wir sehr zufrieden.

Der Wald über uns ist schon lange braun aber nicht herbstlich-farbig. Der Weinberg jedoch ist im Großen und Ganzen noch grün und hat von einzelnen Flächen abgesehen insgesamt ganz, ganz ordentliche Trauben gebracht. Das durfte man vor vier Wochen nicht unbedingt erwarten. Es hat sich bei uns ausgezahlt, zielgerichtet den Ansatz zu reduzieren und damit die Stöcke zu entlasten.

Nächsten Samstag ist die letzte Lese – Riesling!

Im vorigen Jahr halfen uns u.a. sechs „Young Researchers der TU Dresden“.
Mal sehen, welche Nationen heuer…?

Ausschank ist an beiden Tage. Herzlich willkommen.