Ein gutes Jahr 2020 2.0

Zur Zukunft des deutschen Weines angesichts der heißen und trockenen Sommer schreibt die FAZ vom 28.12.2019:
“… Was 1959, 1971 und 1976 (Jahrhundertweinjahre, d. Verf.) eine glückliche Laune der Natur war, hat heute System. Die Güte des Weins liegt heute weniger in der Gnade der Natur als in der Hand des versierten Winzers. Denn die Rebe liebt zwar die Sonne, aber noch mehr den Schatten ihres Herrn.“

Ganz vorn unsere Riesling-Reben, dahinter die Pillnitzer Weinbergkirche.
 Copyright: Deutsches Weininstitut (DWI)

Väter und Weihnachten

Dieser Tage wird eine Studie bekannt, die in Großbritannien untersucht hat, welche Kosten Kinder und Jugendliche, die keine sichere Bindung an die Eltern hatten, für Ausgleichsmaßnahmen jeglicher Art verursachen. Das Ergebnis hat die Fachleute wegen der Höhe der Kosten sehr überrascht. Die Kosten waren sogar am allerhöchsten dann, wenn keine sichere Bindung an den Vater vorhanden war. Umgekehrt bedeutet das für Kinder mit einer sicheren Bindung an den Vater, dass diese ziemlich gut durch das Leben trotz aller möglichen Unbill kommen.

Nun feiern wir die Geburt eines Kindes, das gleich zwei Väter hatte. Einen für das irdisch-notwendige, den Josef, und einen für das Himmlische, den Gottvater. Zu beiden hatte  es eine feste Bindung, vor allem als Erwachsener dann zu dem Letzteren, mit dem er im Gebet in einem regen Austausch stand, weil es um mehr als Essen und Kleidung ging. Und spätestens im Garten von Gethsemane wurde ihm im Gebet mit seinem himmlischen Vater klar, dass er den Tod für uns alle auf sich nehmen musste. Dafür hat sein Vater ihn auch auferstehen lassen.

Mit Weihnachten beginnt wieder der Lauf von dieser Geburt bis zu diesem Tod und dieser   Auferstehung.  Frohe Weihnachten für den Zauber dieser Geburt aber erst einmal. Jedoch wissen wir, das Wichtigste kommt ja noch am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang.

Die Sonne steigt wieder höher

und „der Winter ist vorbei. … Am Feigenbaum reifen die ersten Früchte; die blühenden Reben duften“, lt. Hld 2, 13

Noch bis zum 05. Jänner

Foto Renate Lehmann

Pillnitzer Christmas Garden 2019 von uns oben nach unten

Auch Pillnitz ist beraubt und schwer verletzt

Am 04. August 1721 feierte August der Starke erstmalig das Fest des polnischen Weißen Adler-Ordens in Pillnitz. Quasi folgerichtig prangt über dem Portal der Weinbergkirche Zum Heiligen Geist in Pillnitz seit ihrer Einweihung am 11. November 1725 der polnische Weiße Adler auf blauem Grund innerhalb der aufgebrochenen Kartusche, unter den beiden ineinander verschlungenen Insignien A&R, diese wiederum unter der mächtigen polnischen Krone.


Wappen-Kartusche an der Weinbergkirche in Dresden-Pillnitz, Bergweg
Urheber: SchiDD

Auf dem Staatsporträt König August II. von Polen, August der Starke, des Louis de Silvestre von 1718 ist der polnische Weiße Adler-Orden sehr majestätisch auf der Schärpe aus blauer Seide in Schritthöhe auf der rechten Körperseite aufgebracht zu sehen. Rechts vor dem theatralisch fallenden Umhang die polnische Krone.


Urheber: Sächsische Kunstsammlungen Dresden
Foto: Jürgen Karpinski

Der Bruststern des Weißen Adler-Ordens mit dem von Rubinen eingefassten gleichschenkligen Kreuz ist nun weg. Das tut richtig weh. Weinbergkirche und Weinberg sind tief betroffen.

Pflanzliche Kost versus Speisen und Wein von der Tafel des Königs

Dazu nach Dan 1, 5.8-20:

5Als tägliche Kost wies ihnen (jungen Israeliten, d. Verf.)  der König (Nebukadnezzar, der König von Babel, d. Verf.)  Speisen und Wein von der königlichen Tafel zu. Sie sollten drei Jahre lang ausgebildet werden und dann in den Dienst des Königs treten.

6Unter diesen jungen Männern waren aus dem Stamm Juda Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. 8Daniel war entschlossen, sich nicht mit den Speisen und dem Wein der königlichen Tafel unrein zu machen, und er bat den Oberkämmerer darum, sich nicht unrein machen zu müssen.  9Gott ließ ihn beim Oberkämmerer Wohlwollen und Nachsicht finden. 10Der Oberkämmerer sagte aber zu Daniel: Ich fürchte mich vor meinem Herrn, dem König, der euch die Speisen und Getränke zugewiesen hat; er könnte finden, dass ihr schlechter ausseht als die anderen jungen Leute eures Alters; dann wäre durch eure Schuld mein Kopf beim König verwirkt.

11Da sagte Daniel zu dem Mann, den der Oberkämmerer als Aufseher für ihn selbst sowie für Hananja, Mischaël und Asarja eingesetzt hatte: 12Versuch es doch einmal zehn Tage lang mit deinen Knechten! Lass uns nur pflanzliche Nahrung zu essen und Wasser zu trinken geben! 13Dann vergleiche unser Aussehen mit dem der jungen Leute, die von den Speisen des Königs essen. Je nachdem, was du dann siehst, verfahr weiter mit deinen Knechten!

14Der Aufseher nahm ihren Vorschlag an und machte mit ihnen eine zehntägige Probe. 15Am Ende der zehn Tage sahen sie besser und wohlgenährter aus als all die jungen Leute, die von den Speisen des Königs aßen. 16Da ließ der Aufseher ihre Speisen und auch den Wein, den sie trinken sollten, beiseite und gab ihnen Pflanzenkost. 17Und Gott verlieh diesen vier jungen Leuten Wissen und Verständnis in jeder Art Schrifttum und Weisheit; Daniel verstand sich auch auf Visionen und Träume aller Art.

18Als ihre Zeit zu Ende war und man sie vor den König bringen musste, wie er es bestimmt hatte, stellte sie der Oberkämmerer dem Nebukadnezzar vor. 19Der König unterhielt sich mit ihnen und fand Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja allen anderen überlegen. Sie traten also in den Dienst des Königs. 20Sooft der König in Fragen, die Weisheit und Einsicht erfordern, ihren Rat einholte, fand er sie allen Zeichendeutern und Wahrsagern in seinem ganzen Reich zehnmal überlegen.