Aphorismen

20190417  FROHE OSTERN mit sächsischen Weinen und deutschen Küchen

WEIN SCHÖNER LAND ist ein Artikel von Daniel Deckers im FAZMagazin allerdings schon vom November 2018 überschrieben. Und wer es immer noch nicht wusste, hier kann er es schon im Untertitel des Artikels zur Kenntnis nehmen: „Sachsen hat ein winziges Anbaugebiet. Aber was dort entsteht, darf sich inzwischen auch im Westen schmecken lassen.“


Deutsche Anbaugebiete            Quelle: Deutsches Weininstitut

Passt nach der Fastenzeit perfekt zu Ostern. Quasi parallel zu WEIN SCHÖNER LAND ist in der FAZ vom 23. Februar 2019, Seite 1 zu lesen:  Ein halbes Jahrhundert nach Beginn des Küchenwunders kann man in Deutschland heute besser essen als je zuvor. Warum nur tun es nur so wenige Deutsche?

Wenn das vom Verfasser angefügt werden darf. Die allerbesten Weine bekommt man weiter nördlich in Deutschland nur aus den Steillagen. Da lässt sich schnell überschlagen: Der Verkaufspreis der Flasche der Winzergenossenschaft Meissen bildet diese Bedingung nicht ausreichend ab. Diese Weine erarbeiten Winzer in ihrer Freizeit mit dem allergrößten Vergnügen. Das ist ihr eigentlicher Lohn.

 

Daniel Deckers  Foto:  Bischöfliche Pressestelle Hildesheim 

ist auch der Verfasser einer Geschichte des deutschen Weines „Im Zeichen des Traubenadlers“. Decker hat darin u. a. detailliert aufgezeigt, wie im NS-Deutschland mit den „Weinjuden“ umgegangen wurde.

Verlag Philipp von Zabern, ISBN 978-3-8053-4248-3, 29,90 Euro

20190409    Aprilscherz?

Nur ein halber!
Absturzgefährdete Bäume am 02. April gefällt; Aufräumen ist nicht.

20190401 Natur versus Kultur

Fotos: eigen

 

Heute, zum 1. April sollen am Hang entlang der Wünschendorferstraße genau hinter unserem Stück Pillnitzer Weinberg und unterhalb der künstlichen Ruine Baumfällungen und Aufräumarbeiten im Walde beginnen.

20190326  Weinanbaukulturen

Weinanbau so weit das Auge reicht, zwar nicht in Sachsen, dem kleinsten deutschen Anbaugebiet, aber wer hat so was nicht schon gesehen. Dabei ist die Monokultur Wein erst durch die Drahtrahmenerziehung seit Ende der 1950ziger gang und gäbe geworden ist.

Drahtrahmenerziehung im Weinbau mit Metallpfosten
Urheber: Roger Kreja, Stuttgart
Link

 

Früher war die Stockkultur üblich.

Musteranlage einer Stockkultur, eine Einzelpfahlerziehung in Weißenkirchen in der Wachau
Urheber: Karl Bauer
Link

 

Neben dieser war ein Mischbesatz verbreitet. Bei Lukas 13, 6 hatte ein Mann in seinem Weinberg einen Feigenbaum, der allerdings schon drei Jahre nichts mehr trug und umgehauen werden sollte. Der Diener des Mannes beschwatzte diesen jedoch, dem Baum noch ein weiteres Jahr zu geben, damit der sich noch mal berappeln kann.

Als unser Pillnitzer Königliche Weinberg nach seiner Sanierung vor bald 200 Jahren
seine heute noch zu bestaunende Fassung erhielt, zählte man 59.354 Rebstöcke und  547 Obstbäume.  Heute ist auch hier Monokultur mit ihren bedenklichen Seiten angesagt.

Foto: Heidi Diehl

20190311  Raus aus der Kohle, rein in die Vinothek

So heißt es in der FAZ allerdings schon am 02. Februar 2019, S. 4. Demnach wird auf Seite 257 des Abschlussberichtes der Kohlekommission vorgeschlagen, einen alten Speicher des Klosters Pforta (www.stiftung-schulpforta.de) mit dem Ziel der Einrichtung einer Vinothek zu sanieren.

Speicher, ehemaliges Zisterzienserkloster Pforte; Quelle: Stiftung Schulpforta

Spätestens jetzt müsste doch jeder Weinfreund für den Kohleausstieg sein und dieses ehemalige Kloster – ein wieder erstandener Gebäudekomplex mit Altem (und angereichert mit Neuem) wie  Kirche als auch Kreuzgang und den Gebäuden der  Landesschule von Sachsen-Anhalt (www.landesschule-pforta.de) besuchen.

Kreuzgangbild, Pforte Foto: Trevor Johnson, Stiftung Schulpforta

Fichte war ja neben anderen wichtigen Leuten dort Schüler und sein Satz ist der Traum eines jeden guten, wirklich jeden guten  Lehrers.

Fichte-Zitat Landesschule Pforta, Pforte "Foto: Hamish John Appleby

Und runden Sie Ihren Besuch mit dem  Besuch des Landesweingutes Kloster Pforta, insbesondere der VINOTHEK SCHULPFORTE im Torhaus der Landesschule Pforta und davon nur spuckeweit entfernt den SAALHÄUSER WEINSTUBEN ab.

Es gibt aber noch mehr zu sehen und zu trinken in der Saale-Unstrut-Weinregion. Und unter uns noch gesagt: Durch Tagebaue mit Verstromung und sowjetischer Armee vielleicht die geschundenste Region der ehemaligen DDR. Und was ist aus dieser geworden.

 

Zum achten März 2019

Werner Völker

adios  avenidas
adios admiradores …

                                                                       „Ich darf getrost nach allem Schönen blicken
                                                                       Und atmen darf ich jeder Würze Kraft“

(Naturrecht, Gottfried August Bürger)

wir sitzen auf dem boulevard:
wir werden die Augen nicht
wenden; mit ihnen nicht
folgen;

Bemerkungen werden wir
nicht machen; Pfiffe schon
gar nicht;
eine Blume auf der Wiese
werden wir weiterhin
bewundern dürfen;

weibliche Schönheit werden
wir ignorieren, wo das
Öffnen einer Tür, das Halten,
ein Lächeln, schon
eine Diskriminierung
sein kann: Adios!

 

Simone Veil

Erst vor gut einer Woche standen wir Winzer im Europäischen Parlament in Straßburg
vor einem Foto vom Simone Veil.

Sie überlebte die Holocaust-Orte Auschwitz und auch Bergen-Belsen und war die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments. Ein Jahr nach ihrem Tod ist sie 1918 in das Panthéon-Mausoleum in Paris aufgenommen worden. Just an dem Tag, an dem wir vor ihrem Bild standen, wurden in Paris Bilder von ihr mit Hakenkreuzen  beschmiert (Quelle: Deutsche Welle).

Kain erschlug aus heiterem Himmel seinen Bruder Abel, wie wir nach der Genesis wissen. Der Mörder war Ackerbauer, an seine Scholle quasi gekettet. Der Ermordete ein Hirte, immer hin und her wandernd mit seinen Herden. Wo ist Abel, wird Kain von Gott gefragt. Was geht mich Abel an, blafft dieser diesem zurück.

 

 Wein alle – Wein da

Quelle: Anton Prock

Es gab schon immer mal schlimme Zeiten. „Auf den Gassen jammern die Leute: Es gibt keinen Wein mehr“, schreibt Jesaja (24,11) aus dem Exil. Und Johannes (2; 1-3) berichtet: „In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. …  Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr“. Denen wurde aber  – wie man weiß – allerbestens geholfen.

 

Nachtrag zu „Hochzeit zu Kana“

So feierte man diese vor fast 450 Jahren bei einer Hochzeit in der Familie der Cuccinas, eine der reichsten Familien Venedigs,  und man kann diese beim Betrachten in unserer Gemäldegalerie Alte Meister immer wieder feiern.


Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank 


Aphorismus zum Tage

Wenn der Winzer nicht schneiden kann, weil es ihm zu kalt dazu ist, dann geht dieser eben mal
zur künstlichen Ruine direkt über seinem Ausschank hoch.

Die Bausicherungsarbeiten sind noch nicht beendet,

aber die Decke ist bereits eingezogen und im Innern ist es trocken.

Im Hintergrund links vom stadtseitigen Ausgang wird ein Kamin gewesen sein. Das wäre es doch: wenn es schneit hier oben, einen Schlüssel und genügend Holz zu haben.

Es hat sich auch ziemlich rum gesprochen, dass da oben was geschieht. Am Hang zur unten verlaufenden Wünschendorferstraße sah man schon im Herbst vermehrt Leute runter rutschen. Die losgetretenen Steine kullerten dabei vorneweg.

Fotos: Winzer