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Dez 30

Aphorismus aus bekanntem Anlass # 179

Janus war ganz allgemein der römische Gott jeglichen Anfangs und Endes, verehrt insbesondere zu Beginn der Ernte- und Pflanzzeit, aber auch bei Heirat und Tod.


Und wer will, auch des alten und neuen Weines, der alten und der neuen Flasche.

Nach Robert Gernhardt dann so:

Warum preist ihr mir den alten Wein
Wie meinen? frag ich kalt
Was soll das sein alter Wein?
Bei mir wird Wein nicht alt.

 Bei mir ward manches alt und kalt
Kopf, Rücken, Herz und Bein.
Es schwanden Schönheit und Gestalt.
Beim Wein muss das nicht sein.

Was immer auf der Flasche steht,
Ob alt, ob jung der Wein:
Mit etwas gutem Willen geht
beim Reinen alles rein.

 

Auf dass das Alte gut enden und das Neue gut anfangen möge.

Trivial ist dieser Wunsch nicht, denn janusköpfig – also populistisch mal so mal so –  kann  es wieder nach Robert Gernhardt so zugehen:

Dichter Dorlamm läßt nur äußerst selten
andre Meinungen als seine gelten.

Meinung, sagt er, kommt nun mal von mein,
deine Meinung kann nicht meine sein.

Meine Meinung – ja, das läßt sich hören!
Deine Deinung könnte da nur stören.

Und ihr andern schweigt! Du meine Güte!
Eure Eurung steckt euch an die Hüte!

Laßt uns schweigen, Freunde! Senkt das Banner!
Dorlamm irrt. Doch formulieren kann er.

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