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Nov 02

Die Nachlese zur 2013er Weinlese

Es hieß: der Winzer war mit der Lese gut zufrieden. Etwas genauer: die Menge war’s halt nicht und bei der Qualität mussten wir auch gegenüber sonst  Abstriche machen. Beim Riesling 88 Oechsle, Traminer 84 Oechsle und Weißburgunder 90 Oechsle so als Markierungen für die Qualität.

Das, was einen Wein allerdings zu dem unverwechselbaren Wein macht, ist nicht nur an den Laborwert Zucker sondern vor allem auch an die Geruchs- und Geschmackstoffe gebunden. Eine Verbindung von diesem zum Zuckergehalt besteht insofern: wenn dieser hoch ist, dann war der Stock in der Vegetationszeit richtig virulent und hat neben der Zuckerbildung auch das für die Strahlkraft des Weines unbedingt Erforderliche einlagern können, wenn es denn im Boden vorhanden war. Und in dem verwitterten Lausitzer Granit des Pillnitzer Königlichen Weinberges ist eben was vorhanden, was auf Sandterrassen nicht zu finden ist.

Bekanntlich begann das Frühjahr gar nicht, so dass wir wegen der lang anhaltenden Bodenkälte mit dem Austrieb in der Entwicklung schon bis zu 14 Tagen Zeitverzug hatten. Das wurde im Prinzip nicht mehr aufgeholt.

Die ersten Tage im Juni waren ideal für die Blüte, aber diese Idealbedingungen hielten leider nicht an. Dann kam nicht nur der Regen. Es wurde auch richtig kalt. Das führte zu Verrieselungen und einem hohe Abstoß von Blüten. Die Folge waren häufig vergleichsweise kleine Trauben und bei Trauben mit Normalgröße zwischen den Beeren zurückbleibende grüne kleine. Und das bis zur Ernte und besonders bei unserem Sächsischen Paradewein, dem Traminer.

Die lange Trockenheit und gute Wärme in der Hauptzeit des Sommers hat dem Wein gut getan. Woanders klagte man schon über Trockenschäden, bei uns am Pillnitzer blieben die aus.

Generell war zur Erntezeit der Reifegrad der Trauben sehr unterschiedlich, so dass eigentlich gestaffelt hätte gelesen werden müssen. Das wäre auch möglich gewesen. Aber dann setzte uns schon die Fäule wieder gut zu. Wer in den Oktobertagen zum Ausschank kam, hat das ja selber sehen können. Und das war nicht wenig, was da vor allem beim Riesling wieder ausgelesen werden musste. Krankes ohnehin, aber auch die so berühmte Edelfäule soll neuerdings nicht mehr in die Bottiche.

So richtig angenehm war die Rieslinglese wegen der Auspuhlerei halt nicht. Aber der strahlende warme Tag als letzter diesjähriger Lesetag sorgte für einen Ausgleich. Und – das soll auch immer gegenwärtig sein – der Wein kommt in der Bedeutung nach dem Brot. Und mit dem Korn war es dieses Jahr auch nicht rosig. Wenn, dann sollte man da jammern, sagt sich der Winzer und freut sich schon auf das nächste Winzerjahr.

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