Aphorismus zum (Arbeits-) Tage # 70

Weinbau ist an vielen Orten noch echte Handarbeit. Neulich ist hier auf die vielen Freizeitwinzern Sachsens hingewiesen worden, die diese Arbeit auf sich nehmen. Sie tun dies mit einer großen Portion Enthusiasmus, wenngleich der Unterzeichner häufig das Wort im Munde führt: im Pillnitzer Königlichen Weinberg zu arbeiten ist aber Gnade.

Zweifellos geht es an Rhein, Neckar und Mosel nicht so gnadenvoll zu wie im Pillnitzer Königlichen Weinberg. Und wo die menschliche Arbeit – als Gnade oder harte „Fron“ – nicht zu bekommen ist, müssten halt Maschinen ran. Nur wenn es gelingt, die Bewirtschaftung der dort die Landschaft prägenden Steillagen mit Hilfe moderner Technik wirtschaftlich effizient zu gestalten, kann dem teilweise dramatischen Rückgang des dortigen Weinbaus entgegengewirkt werden. Und das sollte doch unbedingt erfolgen.

Es heißt, die für einen Hektar Steillage kalkulierten 1500 Arbeitsstunden sind auf höchstens 300 zu reduzieren. Nur dann werden auf Dauer die dortigen Weinbergsflächen in der Kultur bleiben, aus denen viele der Premium-Weine kommen.

Auf den 0,15 ha unserer Fläche setzen wir mindestens 2 Monate Arbeit zu 20 Achtstundentage ein, das sind rund 320 Arbeitsstunden (ohne Pergolenpflege und Blumen). Gemessen an der obigen Kalkulation muss man die Arbeit im Pillnitzer Königlichen Weinberg wirklich als Gnade ansehen: Wirtschaftlich ist das nicht und wird es auch nicht.

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